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Feinstes aus Thüringen.


Metallbearbeitung auf Top-Niveau.

Feinstes aus Thüringen.

eropräzisa GmbH

 

Für die eropräzisa aus dem thüringischen Hermsdorf ist keine Metallstruktur zu filigran und keine Anforderung zu hoch gesteckt. Sowohl das Know-how als auch der Maschinenpark des Spezialisten sind High-End. Kein Wunder, dass hier auch ein Teil der Zukunft des Drahterodierens entwickelt wird.



Wenn bei der eropräzisa GmbH ein Wort zum festen Sprachgebrauch gehört, dann ist es Mikro. Ob Mikrowerkzeuge oder Mikro­bohrungen – die Firma aus dem thüringischen Städtchen Hermsdorf, zwischen Jena und Gera gelegen, verpasst so ziemlich jedem Metallteil dieses Attribut. „Das Fertigen im Mikrometer­bereich ist für uns Alltag“, sagt Geschäftsführer Thomas Richter. Die Auf­traggeber stammen aus Branchen, in denen es auf jedes µm ankommt: Firmen aus der optischen Industrie sind darunter, aus der Medizintechnik, der Halbleiterindustrie, der Präzisionsmechanik oder der Luft- und Raum­fahrt. „Tatsächlich schweben einige Teile, die bei uns gefertigt wurden, heute im Weltall“, sagt Geschäftsführer Richter nicht ohne Stolz.

 

Toleranzen von 3 µm

Was die Hermsdorfer fertigen, genügt allerhöchsten Ansprüchen. Um das zu erreichen, ist schon die Arbeitsumgebung auf Top-Niveau. Die Hallen gleichen eher einem Labor als einer Werkstadt. So ist etwa der gesamte Arbeitsbereich klimatisiert. Dies ist aber nur eine Vorrausetzung für kleinste Toleranzen und feinste Oberflächen. Eine andere ist ein Mix der Technologien. Seit je her setzt eropräzisa auf eine Kombination aus Drahterodieren, Senkerodieren und Fräsen. Seit Kurzem gehört auch das selektive Metallsintern zur Palette, neudeutsch 3D-Druck. „Das ge­schieht über einen Partner, der in der Lage ist, extrem dünne Schichtdicken zu realisieren“, erläutert Thomas Richter.

 

Zum Einsatz kommen die Technologien, die jeweils das beste Arbeitsergebnis versprechen. Was die unterschiedlichen von eropräzisa verwendeten Fertigungstechniken eint, ist einmal mehr das hohe Niveau. „Wir arbeiten mit Toleranzen von 3 µm“, bringt Thomas Richter die Anforderungen auf den Punkt, die die Hermsdorfer alltäglich erfüllen. Er untermauert das Gesagte mit einem Bauteil für die Halb­leiterindustrie. Erst auf den zweiten Blick sind an dem viereckigen Werkstück mehrere hauchdünne, nadelartige Stifte erkennbar. „Damit werden in der Halbleiterindustrie Bohrungen gesetzt“, erläutert Richter.

 

Haarfeine Fräser

Enormen Anteil an der Fertigung solch filigraner Werkteile haben Drahterodiermaschinen von Mitsubishi Electric. Gleich sechs der mo­dernsten Vertreter stehen in den Hallen, darunter eine MV2400S NewGen, eine MV1200R Connect und eine MX600 OilTech, mit der die Hermsdorfer selbst bei Hartmetallen eine Oberflächengüte von Ra 0,06 erreichen. Hinzu kommen drei Maschinen für die Senk­erosion und drei HSC-Fräsen – ebenfalls durchweg hochmodern. Im Verbund mit in­novativen Werkzeugen erstellt eropräzisa mit den HSC-Fräsen mittels hochpräziser 5-Achs-Bearbeitung enorm filigrane und komplexe dreidimensionaler Geometrien aus Werkstoffen mit Härtegraden von bis zu 70 HRC.

 

 

Dabei kommen Fräser zum Einsatz, die mit 80 µm nur so dick sind wie ein menschliches Haar. Was an Material in die Maschinen gespannt wird, gehört ebenfalls zum Besten, was die Welt der Metallbearbeitung zu bieten hat, etwa Pulvermetallurgischer Stahl, Titan oder Has­telloy-Legierungen. Entsprechend breit ist auch das Know-how der Mitarbeiter. Jeder der insgesamt 18 Werkzeugmechaniker oder Techniker beherrscht mindestens zwei der Fertigungstechnologien. Am Ende der Pro­zesskette stehen hochgenaue Messungen. Weil eine taktile Messmaschine irgendwann nicht mehr ausreichte, wurde zusätzlich eine optische angeschafft.

 

Am Anfang stand ein recht simples Bauteil

Auf dem hohen Niveau arbeitete eropräzisa nicht immer. Zwar hatte Thomas Richter gemeinsam mit einem Partner die Firma im Jahr 2002 mit dem Anspruch gegründet, sich als Lohnfertiger im High-End-Bereich zu bewegen. Doch sah das Geschäft ganz zu Beginn noch völlig anders aus. „Ich erinnere mich noch genau an unseren ersten Auftrag. Das war ein einfaches Bauteil im Wert von 70 Euro“, blickt Thomas Richter mit einem Lächeln zurück. Die Gründung erfolgte freilich nicht aus dem Nichts heraus. Thomas Richter ist Diplom Ingenieur, gelernter Werkzeugmacher und Konstrukteur, lange Jahre hat er zudem die Erodierbranche als Vertriebsmitarbeiter eines großen Maschinenanbieters kennen gelernt.

 

 

Bis zum Vertriebsleiter stieg er auf. „Dann kam das Angebot, mich mit einer Handelsvertretung für Erodiermaschinen in Mitteldeutschland selbständig zu machen“, so Richter. Die Lohnfertigung sollte ein zusätzliches Standbein sein, ein weiteres wurde der Vertrieb von Spannwerkzeugen. Über die Jahre nahm das High-End-Geschäft stetig Fahrt auf. „Wir sind Schritt für Schritt in diesen Bereich hinein­gewachsen. Das war natürlich in erster Linie kundengetrieben, die eine immer noch bessere Qualität wünschten. Mit den jeweils moderns­ten Maschinen und dünnsten Drähten ist das ja auch machbar“, so Richter. 2015 stieg der einstige Gründungspartner aus. Thomas Richter und seine Ehefrau Manuela über­nahmen die Anteile und legten alle Geschäfte zusammen. Lohnfertigung, Handels­vertretung sowie der Bereich Spann­systeme sind nun in der eropräzisa vereint. Während sich Thomas Richter um das operative Geschäft kümmert, zeichnet Manuela Richter für den Geschäfts­bereich Spann­systeme, das Projekt­management und fürs Marketing verantwortlich.

 

Auch die Organisation ist High-End

Im Bereich der Lohnfertigung ist die eropräzisa heute europaweit bekannt für ihre High-End-Teile und -Baugruppen aus Metall. Die Fer­tigungstiefe ist enorm, die Thüringer bieten die gesamte Prozesskette von der Idee über Konstruktion und Fertigung der qualifizierten Teile bis hin zur Montage von Baugruppen. Auch die Arbeitsorganisation ist auf dem modernsten Stand. Alle Prozesse sind durchgehend digitalisiert. „Was wir in der Konstruktionsabteilung mit CAD/CAM-Software auf dem Monitor erstellen, können sich die Werkzeugmacher direkt auf ihre Monitore holen“, erläutert Projektmanager Steve Schmeier. An zwei Arbeitsplätzen in der Werkhalle bereiten die Werkzeugmacher die Daten für die Drahterodiermaschinen auf.

 

Die fertigen Programme schicken sie dann online an die Maschinen. Eine Management-Software liefert zudem alle für die Fertigung nötigen Informationen, etwa welches Spann­werkzeug benötigt wird und in welcher Schublade welches Werkzeugschranks es zu finden ist. Die gesamte Ausstattung und jedes Ausrüstungsteil ist durchgehend nummeriert, alles hat seinen festen Platz.

 

Thomas Richter

 


 

Selbst ausgebildeten Werkzeugmechanikern ist oft nicht klar, was sich mit den Drahterodiermaschinen alles verwirklichen lässt.

 

Thomas Richter,
Geschäftsführer eropräzisa GmbH

 


 

Um das hohe Niveau zu halten, durchlaufen alle Mitarbeiter zum Teil mehrmals jährlich Schu­lungen und Weiterbildungen. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler ist der Austausch der Maschinen in vergleichsweise kurzen Ab­ständen. Selten erreichen die Fertigungs­maschinen ein Alter, das über 6 Jahren liegt. Anders gesagt wird bei eropräzisa nahezu jährlich eine Maschine ersetzt. „Wenn wir uns weiter im High-End-Bereich bewegen wollen, geht daran gar kein Weg vorbei“, sagt Thomas Richter.

 

Neue Drähte sollen Materialeintrag minimieren

Inzwischen treibt eropräzisa den High-End-Bereich als Technologieentwickler sogar selbst mit voran. Mehrere Projekte liefen aktuell, genaueres jedoch könne und dürfe er aus Geheimhaltungsgründen nicht preisgeben, so Richter. Soviel erzählt er dann aber doch noch: „Wir erkunden derzeit, wie sich beim Draht­erodieren der Eintrag in das Material minimieren lässt. Wir fahren hier mit ver­schiedenen neuartigen Drähten Tests. Ziel ist, die Kon­tamination des Werkstücks, wie sie sich durch die Kupferpartikel beim Verwenden von Standarddrähten ergibt, auszuschließen.“ So könnte also bald ein weiteres Stück Zukunft der High-End-Drahterosion aus Hermsdorf kommen.

 

 

 

www.eropräzisa.com

 

 




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