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Bonsai – kleiner Baum  ganz groß


Bonsai – Baum oder Anpflanzung in der Schale. Da ist der Name Programm. Denn oftmals werden hier Szenarien und Wuchsformen – etwa windschiefe Hochgebirgstannen – im Kleinen nachgestellt, die exakt so aussehen, wie sie „Mutter Natur“ auch am natürlich Strandort geformt hätte.

Ausgabe 02 // 2013

Bonsai – kleiner Baum  ganz groß

Japanische Präzision

 

Bonsai – Baum oder Anpflanzung in der Schale. Da ist der Name Programm. Denn oftmals werden hier Szenarien und Wuchsformen – etwa windschiefe Hochgebirgstannen – im Kleinen nachgestellt, die exakt so aussehen, wie sie „Mutter Natur“ auch am natürlich Strandort geformt hätte.



Tatsächlich weiß jeder, der schon mal einen von Meisterhand geformten Bonsai gesehen hat, dass es hier um weit mehr als „nur“ den Baum geht. Denn auch das Moos, das zu Füßen des Miniaturbäumchens wächst, Steine, die so aussehen, als ob sie ein Erdrutsch drapiert hätte oder gar Figuren können ihren Teil zum Gesamtarrangement beitragen.

 

Dekorationstalent und Präzision gefragt

So gesehen können sich Ästheten und Gestalter beim Thema Bonsai voll und ganz ausleben. Manche der Bäumchen kommen einstämmig, andere als Zwilling und Drilling daher. Ein Bonsai kann für sich allein stehen oder aber ein Wäldchen bzw. eine kleine Allee bilden. Erlaubt ist, was gefällt – so kann der Baum in seiner Schale mit der übrigen Raumdekoration verschmelzen. Etwa, indem er auf asiatische Kommoden gestellt, vor Rollbildern mit passenden Motiven oder einem Paravent mit fernöstlichen Stilelementen platziert wird.

 

Die fernöstliche 
Gartenkunst in ihren mannigfaltigen 
Variationen
Die fernöstliche Gartenkunst in ihren mannigfaltigen Variationen

 

Apropos Schalen: Auch diese „Behausung“ wird und kann viel zum Gesamtkunstwerk Bonsai beitragen. Manche sind schlicht rechteckig oder oval, so dass sie nicht weiter vom zentralen Blickpunkt, dem Baum selbst, ablenken. Ebenso kann die Schale jedoch sehr auffällig sein, gezackte Ränder aufweisen oder es kann ein ­Bonsai, ein beliebtes Stilelement, quasi aus einem Stein herauswachsen. Dass die Pflege und der Schnitt eines Bonsai, zumindest im asiatischen Raum, fast einem meditativen Akt gleich kommt, durften wir bei „Karate Kid“ erleben, wo Hausmeister Mister Miyagi (alias Noriyuki „Pat“ Morita) seinen heißspornigen Schüler nicht nur die Kampfkunst Karate, sondern auch Beherrschung, Gelassenheit und den präzisen Einsatz der Bonsai-Schere gelehrt hat. Dabei sind Bonsai-Gärtner, so reglementiert auch manches im Umgang mit den Minibäumen erscheinen mag, relativ frei, welche Gehölzart für die Kultur in der Schale gewählt wird. Beliebt sind Kiefern, wobei natürlich auch der Wachholder oder die Europäische Lärche in Betracht kommt.

 

Besonders prächtig sind natürlich blühende Bäume. So gibt es Azaleen-Bonsai. Ebenso wissen Ahorn, Ulmenarten oder die Japanische Aprikose als Miniatur-Arrangement zu begeistern. Heute stammen die meisten dieser Pflanzen aus Samen und Stecklingen, wobei vor allem in Asien auch das Ausgraben von Findlingen, die bereits eine besonders bizarre Wuchsform aufweisen, noch sehr beliebt ist.

 

Die Natur als Vorbild

Selbstverständlich sollte jeder angehende Bonsaigärtner darauf achtgeben, dass seine Freude am Gestalten nicht ausufert. Denn wenngleich der so genannte Fukinagashi, das windschiefe, von Bergwinden gepeitschte und zerzauste Stämmchen oder Bonsai mit freiliegenden und sichtbaren Wurzeln, Nebari genannt, ein legitimes und beliebtes Stilelement darstellen, soll die natürliche Wuchsform niemals verloren gehen. Will meinen: Ganz gleich, ob nun eine Baumgruppe oder ein Wäldchen mit einem Hauptbaum imitiert wird, ob der Bonsai auf einem Stein angebracht wird (Ishizuke) oder aber schlicht, als Solitärpflanze, in (s)einer Schale steht – das Ganze sollte und muss stets ein Abbild des Natürlichen bleiben, weswegen auch aufrechte Stämme oder die bei deutschen Laubbäumen vorherrschende Besenform (Hōkidachi) sehr beliebt sind.

 

Ein Begleiter für ein ganzes Leben

Dabei kann auch der Baum in der Schale so alt wie sein Vorbild in der freien Natur werden. Gut gepflegt kann ein Bonsai an die Kinder und von denen weiter an die Enkel vererbt werden. Allerdings gilt es zu bedenken, dass hier, wo die Natur im kleinen Maßstab nachgestellt wird, Schädlinge natürlich leichtes Spiel haben. Zudem muss natürlich besonders sorgfältig gedüngt werden – wobei Häufigkeit und Art der Düngung auch mit der Baumart und der Wahl des Pflanzsubstrates in Relation stehen. So empfiehlt sich bei einem hohen Torfanteil eine mineralische Düngung, während, genau umgekehrt, bei mineralischen Pflanzsubstraten ein Dünger mit einem hohen Anteil an organischen Substanzen sinnvoll erscheint. Bonsai-Experten sagen daher gerne, dass es den universellen Pflege-Tipp gar nicht gibt.

 

Indoor oder outdoor?

Auch über den Standort, innen oder aber im Außenbereich, ist immer wieder gestritten und debattiert worden. Ohne Frage werden sich zum Beispiel Nadel-Bonsais bei Wind und Regen wie auch Sonne draußen wohl fühlen. Auch indoor braucht die ­Bonsai-Schale genügend Licht, wobei, im Umkehrschluss, gerade zarte Laubblätter hinter der Glasscheibe rasch verbrennen. Natürlich argumentieren manche, dass abgestorbene Ästchen, die dann mit der Bonsai-Schere herausgetrennt werden, nicht minder zum detailgetreuen Abbild natürlicher Gegebenheiten beitragen, weil ja auch natürliche Bäume nicht immer geradgewachsen daher kommen.

 

Wenn ein Bonsai bei uns einzieht

Selbstverständlich können Bonsais, die heute ziemlich „in“ sind, auch im Supermarkt gekauft werden. Viele Experten raten, trotz des günstigen Preises, davon jedoch eher ab. Denn häufig sind die Schalen falsch dimensioniert, Drähte in die Zweige eingewachsen oder die Erde und die Wurzeln ausgedörrt, weil sich hier niemand zum Wässern wirklich Zeit nimmt. Zudem können diese Pflanzen, selbst wenn sie vital und gesund sind, mit den sorgsam gestalteten Arrangements der spezialisierten Gärtnereien niemals mithalten. Insofern sollte uns ein Bonsai, der uns lange Jahre begleiten soll, seinen Anschaffungspreis auch wert sein. Wobei es mit dem einmaligen Kauf der Pflanzschale natürlich nicht getan ist.

 

Während der japanische Stil auf die Einhaltung formaler Vorgaben abzielt, konzentriert sich der europäische Stil auf die Gestaltung naturnaher Formen.
Während der japanische Stil auf die Einhaltung formaler Vorgaben abzielt, konzentriert sich der europäische Stil auf die Gestaltung naturnaher Formen.

 

Denn Schnitt und weitere Gestaltung des Miniatur-Bäumchens kosten Zeit, Sorgfalt und Geld. Ein Bonsai muss und sollte ausschließlich mit einer Bonsaischere und anderem speziellen Werkzeug auf Form getrimmt werden. Da gibt es Blattschneider zum Entfernen der Treibspitzen, aber auch Astsägen, wenn die Zweige schon dicker und stabil sind. Zudem hält der Zubehörhandel Messer zum Einritzen und Abziehen der Rinde bereit, dazu Erdschaufeln und Rechen, damit die Schale und das Umfeld des Baumes stets optimal gepflegt sind. Für den Fall, dass ein Bonsai mal in eine größere Schale umzieht, gibt es dann auch spezielle Wurzelhaken und –zangen.

 

Viel Aufwand also, damit das Mini-Bäumchen gut gedeiht und stets eine perfekte Nachbildung seines großen Vorbildes abgibt.

 




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