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Draht im Blut


Wer keine Kunden hat, hat keine Existenzberechtigung, sagen die Niederländer. Albert van Heugten reagiert darauf gelassen. Schließlich überzeugt er durch Produkt- und Lieferqualität.

Ausgabe 02 // 2011

Draht im Blut

Controlled Vonk Technologie (C.V.T.)

 

Wer keine Kunden hat, hat keine Existenzberechtigung, sagen die Niederländer. Albert van Heugten reagiert darauf gelassen. Schließlich überzeugt er durch Produkt- und Lieferqualität.



Drahterodieren ist sein Leben. Das spürt man sofort, wenn man Albert van Heugten trifft. Beruht der Erfolg der Controlled Vonk Technologie B.V. (C.V.T.) aus dem niederländischen Hoogeloon also allein auf dem Naturell des Inhabers? Van Heugten, ein bekennender Workaholic, lacht: „Nicht nur, ebenso wichtig ist unsere Unternehmensphilosophie. Sie zielt auf höchste Qualität bei sehr kurzen Durchlaufzeiten und auf pünktliche Lieferungen. Das sind keine leeren Worte, denn bei uns ist alles aufeinander abgestimmt, von der Lösungsfindung über die Erodiermaschinen von Mitsubishi Electric bis hin zur Logistik.“

 

Erodierkompetenz und Ehrlichkeit als Service

 

Das gilt auch für den Service, den C.V.T. bei der Auftragsbearbeitung bietet. Dazu gehört es, offen gegenüber Kundenwünschen zu sein, zugleich aber ganzheitlich zu denken und auf Optimierungsmöglichkeiten hinzuweisen. Albert van Heugten öffnet auf seinem PC-Bildschirm das Foto einer kleinen Spirale aus der Röntgentechnik, die er aus dem hochfesten Metall Molybdän gefertigt hat. „Wir beraten hinsichtlich der Machbarkeit eines Bauteils. Vor allem prüfen wir, ob sich mit dem vorgegebenen Werkstoff die Schnittqualität erreichen lässt, die den Ansprüchen genügt. Andernfalls empfehlen wir einen Materialwechsel.“

 

Bauteil aus der Röntgentechnik.
Bauteil aus der Röntgentechnik.

 

Van Heugten zeigt außerdem stets die wirtschaftlichste Lösung für ein Produkt auf. In der Regel erweist sich das Drahterodieren, bezogen auf das Auf­gabenspektrum von C.V.T., als schnellstes und ökonomischstes Verfahren. Ein Grund dafür ist auch, dass man die Teile beim Drahterodieren, im Gegensatz zum Lasern, stapeln kann.

 

An­hand dreidimensionaler CAD-Daten beleuchtet Albert van Heugten die Vielfalt an Produkten, die man mit der Ero­dier­technik herstellen kann. „Sollte es in Ausnahmefällen kostengünstiger sein, zu lasern, zu fräsen oder zu ätzen, verzichten wir auf den Auftrag und raten zu der preiswerteren Methode. Langfristig zahlt sich ehrliche Beratung aus, weil die Kunden dadurch Vertrauen gewinnen. Ein Vorteil, von dem letztlich der Produktionsstandort West­euro­pa profitiert.“ Doch damit nicht genug: C.V.T. teilt sein Know-how auch mit anderen Drahterodierern. Wettbewerbsnachteile erwartet van Heugten deshalb nicht, da er auf gewisse Marktbereiche spezialisiert ist.

 

Jos Tiggelman, Mitarbeiter von C.V.T., richtet die NA1200 Essence auf das nächste Werkstück ein.
Jos Tiggelman, Mitarbeiter von C.V.T., richtet die NA1200 Essence auf das nächste Werkstück ein.

 

Wer sich als kompetenter Erodierer am Markt positionieren möchte, muss nach Ansicht von C.V.T., neben tief grei­fenden Erfahrungen in Erodier­pro­zessen, fundierte Kenntnisse über die Maschinen und Aufspannmöglichkeiten vorweisen können. Van Heugten legt ein erodiertes Werkstück auf den Besprechungstisch, das er auf eine Aufspannung geklebt und darauf vermessen hat. „Es war unsere Idee, in diesem Fall Kleber zu verwenden. Spannt man falsch auf, entstehen eventuell Spannungen im Werkstück, die die Qualität des Bauteils mindern oder es sogar zerstören.“ Als weiteres Beispiel für sei­ne Kreati­vität holt der engagierte Draht­erodierer eine runde Elektro­de aus einer Vitrine. Ihren Rand hat er nach dem Erodieren manuell hochgebogen und das Teil dadurch in die gewünschte Form gebracht.

 

Komplexe Schnitte in höchster Präzision

 

Um Albert van Heugtens Ideen umsetzen zu können, ist auch ein ent­sprechender Maschinenpark erforderlich. Seit sechs Jahren arbeitet er mit Drahterodiersystemen von Mitsubishi Electric und ist damit voll zufrieden. Er fährt mit der Spitze eines Bleistiftes die kom­plexen Schnitte in einer 110 x 85 x 20 Millimeter großen Platte ab, die er serienmäßig für die Halbleiterindustrie herstellt. „Dies ist das Produkt, das am meisten auf unserer NA1200 Essence läuft.“

 

Die Höchstpräzisionsmaschine verfügt über eine Advance CNC-Steuerung und Tubular-Direktantriebe, die mit einem optischen Kommunikationssystem versehen sind. Zudem ist sie mit einem digitalen Feinschlichtgenerator ausgestattet, der Oberflächen mit Mitten­rauwerten von nur 0,05 Mikrometer erlaubt. Auf dieser Maschine beträgt die Bearbeitungszeit für die Schnittplatte, bei verschiedenen Aufspannungen, 15 Stunden. In einer waagerechten Werkstückaufnahme lassen sich drei dieser Bauteile gleichzeitig erodieren, in einer senkrechten sechs. Eine Serie dieser Teile, von denen C.V.T. 400 Stück im Jahr produziert, läuft etwa 24 Stunden lang praktisch mannlos auf der NA1200 Essence. Das Unternehmen schneidet mit Draht im Durchmesser von 0,25 Millimeter. Für den letzten Schnitt verwendet es 0,1-Millimeter-Dünndraht. Die fertige Platte besteht aus zwei Segmenten, die um einen definierten Punkt schwenken, ohne getrennt werden zu können. Albert van Heugten führt vor, wie sich die beiden Teilstücke bewegen lassen. „Wir sichern die Platte während des Transports, indem wir die Segmente fixieren. Auch das war unsere Idee.“ Er schiebt zwei Stifte in vorhandene Öffnungen. „Nachdem unser Kunde Schrauben eindrehen wollte, haben wir als einfachste Lösung diese Stifte vorgeschlagen.“

 

An der NA1200 Essence, in die C.V.T. Anfang 2011 wegen fehlender Produk­tionskapazität investiert hat, gefallen van Heugten die schnellen Drahtwechsel, die leichte Bedienbarkeit und die gegen null tendierende Zahl der Störungen. Vorteile, die Vertrauen schaffen und ihm ein gutes Gefühl hinsichtlich seiner zugesagten Liefertermine vermitteln. Neben der NA1200 Essence findet man bei C.V.T. mit je einer FA10-S Advance, PA20 und PX05 weitere Drahterodiersysteme von Mitsubishi Electric. Die FA10-S Advance setzt der Betreiber für Standardanwendungen ein. Da sie de NA1200 Essence im Hinblick auf Bedie­nung und Genauigkeit ähnelt, kann C.V.T. mit seinen Werkstücken rasch auf die jeweils andere Maschine ausweichen. Daraus resultiert eine sehr flexible Fertigung, die beispielsweise in der Lage ist, zwischendurch einen zusätzlichen Auftrag zu bearbeiten. Albert van Heugten stellt eine Spiralfeder auf den Tisch. „Zu unserer Flexibilität tragen ebenso die B-Achsen der FA10-S Advance und der PA20 bei, mit deren Hilfe wir solch eine Feder produzieren können.“

 

Optimistisch in die Zukunft

 

Der Markt honoriert das Konzept des Unternehmens, das ergänzend zum Drahterodieren die Dienstleistungen Messen, Strahlen und Ultraschallreinigung anbietet. Sowohl in den Nieder­landen und in Belgien, auf die rund 50 beziehungsweise 30 Prozent des Umsatzes im Jahr entfallen, als auch in Deutschland und der Schweiz weiß man die Qualitäten von C.V.T. zu schätzen. Van Heugten lehnt sich entspannt in seinem Stuhl zurück. „Die Zufriedenheit unserer Kunden, die vornehmlich aus der Halbleiterindustrie, der Medizintechnik und dem Maschinenbau stammen, ist allein schon daran messbar, dass bisher keiner von ihnen zu einem Wettbewerber gewechselt ist.“ C.V.T. muss nicht einmal akquirieren. Potenzielle Kunden kommen über das Internet und durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf Albert van Heugten zu. Eine komfortable Situation, die ihn gelassen in die Zukunft blicken lässt.

 

 

www.cvtbv.nl


Albert van Heugten

Albert van Heugten
Geschäftsführer
Controlled Vonk Technologie B.V.

 

 

 


Bitte beschreiben Sie in einem Satz, was die Controlled Vonk Technologie B.V. macht!

 

van Heugten: C.V.T. ist Spezialist für hochwertige und präzise Teile. Das bezieht sich sowohl auf Prototypen als auch auf die Serienfertigung.

 

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

 

van Heugten: Im Werkzeugbau. Nach meiner Ausbildung habe ich alle Bearbeitungsformen durchlaufen, also Drehen, Fräsen, Schleifen, Rundschleifen und schließlich Drahterodieren.

Was treibt Sie an?

 

van Heugten: Zufriedene Kunden und etwas zu realisieren, das eigentlich unmöglich ist.

 

Was machen Sie heute anders als vor fünf Jahren?

 

van Heugten: Heute teile ich meine Kenntnisse mit einem Mitarbeiter. Früher habe ich acht Jahre lang alleine gearbeitet.

 

Was war Ihr bisher größter unternehmerischer Erfolg?

 

van Heugten: Im Krisenjahr 2009, als wir sehr wenig Arbeit hatten, habe ich die Kon­strukteure potenzieller Kunden angesprochen, um die Möglichkeiten und Vorteile des Drahterodierens zu erläutern. Das ist sehr erfolgreich gewesen.

 

Wie können Sie am besten entspannen?

 

van Heugten: Ich bin ein Workaholic und habe viel Spaß daran. Entspannen kann ich aber auch beim Lesen und im Urlaub.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei anderen am meisten?

 

van Heugten: Ehrlichkeit und Offenheit hinsichtlich ihrer Bearbeitungen. Man sollte sein Wissen nicht für sich behalten. Ein now-how-Transfer ist wichtig, weil er die gesamte Wirtschaft voranbringt. Außerdem kommen die Chinesen dann nicht gegen die Europäer an.

 

Wenn Sie von einem technisch völlig unkundigen Bekannten gefragt werden, was Sie machen, wie würden Sie ihm Ihre Arbeit in einem Satz erklären?

 

van Heugten: Ich säge komplexe Figuren elektronisch aus.

 



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