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Koi-Karpfen – was macht sie so teuer?


Der japanische Koi, mittlerweile in der ganzen Welt ein Statussymbol, ist der teuerste und wertvollste Fisch, der jemals gehandelt wurde

Koi-Karpfen – was macht sie so teuer?

Japan Spezial

 

Der japanische Koi, mittlerweile in der ganzen Welt ein Statussymbol, ist der teuerste und wertvollste Fisch, der jemals gehandelt wurde. Die schönsten Exemplare des farbenprächtigen und langlebigen Fischs, der bis heute weltweit fasziniert, wurden für bis zu 2,2 Millionen Dollar verkauft. Jedes Jahr werden hohe Summen für die schönsten Koi-Karpfen am Markt ausgegeben.



Die berühmten gemusterten Exemplare, die man heutzutage vor Augen hat, weisen kaum noch Ähnlichkeit mit ihren Vorfahren auf, welche ursprünglich ausschließlich als Lebensmittel gezüchtet wurden. Vom bescheidenen Esstisch des Landarbeiters bis hin zum Kaiserpalast hatten Koi eine faszinierende Reise. Ursprünglich war der Koi im Iran beheimatet. Die professionelle Zucht der farbigen Karpfen begann vor ca. 200 Jahren und veränderte die Bedeutung des Karpfens grundlegend – als günstiges Nahrungsmittel des einfachen Landarbeiters hin zum stolzen Besitztum des Kaiserpalastes.

 

koi-karpfen

 

Der dekorative Karpfen namens Koi (auf japanisch „Nishikogoi“) wurde 1820 zum ersten Mal in der Präfektur Nigata in Japan gezüchtet. Als diese Exemplare 1914 auf einer Messe in Tokio ausgestellt wurden, entwickelten sie sich buchstäblich zu einer Sensation, die sich inzwischen weltweit ausgebreitet hat. Mit ihren farbigen Ziermustern wurden die edlen Fische nicht länger als gewöhnliche Haustiere gehalten, sondern entwickelten sich zum Symbol für Wohlstand, Prestige und Stolz. Die bunten Exemplare, die wir heutzutage in Teichen und Aquarien bewundern können, entstanden durch selektive Züchtung. Die Muster wurden zum Teil von der Art der Darstellung der Fische bestimmt und sollten allgemeinhin von oben betrachtet werden. Sowohl in China als auch in Japan wurden daher große Tongefäße hergestellt, um den Fisch zur Schau zu stellen. Die Koi in den massiven Tonschüsseln konnten so leider noch nicht von allen Seiten betrachtet werden, da damals noch keine Technologie für die Herstellung großer Glasschüsseln existierte.

 

Kultur und Verbreitung

Das Hobby, Koi in Japan zu halten, erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. In der japanischen Kunst und Kultur finden man sehr häufig Bilddarstellungen des Koi-Karpfens – auf dekorativen Einrichtungsgegenständen bis hin zu Körperverzierungen wie den traditionellen Tätowierungen. Da Japan Mitte der 1850er Jahre seine Märkte für die Welt öffnete, wurde zusammen mit Autos und Elektronik auch der kulturelle Einfluss des Kois, der symbolisch für ein langes Leben und Wohlstand steht, exportiert. Mittlerweile wird weltweit anerkannt, dass die besten und schönsten Koi immer noch in Japan gezüchtet werden. Viele Hobbyzüchter reisen aus der ganzen Welt an, um authentische japanische Koi zu erwerben. Interessanterweise wird in Japan das Wort „Koi“ immer noch als allgemeiner Begriff verwendet, um sämtliche Karpfen zu beschreiben, während der Rest der Welt das Wort „Koi“ für die berühmte Gattung verwendet, die die Japaner „Nishikigoi“ nennen.

 

Koi-Karpfen-Haltung – ein exklusives Hobby

Europa ist mittlerweile ein bedeutender Importeur von Koi geworden. Dies hat sich zu einem großen Geschäft entwickelt: der japanische Export boomt. Mittlerweile wird 90 % der japanischen Zucht exportiert und in Auktionen weltweit angeboten. Allein 2016 wurden 295 Tonnen Koi-Karpfen verkauft und ein Umsatz von rund 31 Millionen Dollar erwirtschaftet. Einige ausländische Besitzer wertvoller Koi belassen ihre geschätzten Besitztümer direkt in den japanischen Farmen, um an den prestigeträchtigsten Fischwettbewerben teilzunehmen, welche nämlich ausschließlich für inländische Züchter geöffnet sind.

 

Interessante Eigenschaften gegenüber anderen Fischen
Ein Koi-Karpfen kann viele Jahre leben. Obwohl das durchschnittliche Exemplar in der Gefangenschaft zwischen 25 und 40 Jahre alt wird, hat sich ein alter Koi namens Hanako aus der Provinz Mino in Japan nach einer Analyse als über 215 Jahre alt erwiesen. Auch weitere über 100 Jahre alte Fische wurden im selben Teich gefunden. Kois sind insofern einzigartig, da sie bis zu 3.000 Hertz hören können, während die meisten anderen Fische Frequenzen über 1.000 Hertz nicht mehr wahrnehmen. Dies ist auf ein einzigartiges Verstärkungssystem zurückzuführen, das die Innenohrknochen mit der Schwimmblase verbindet. Diese besondere Eigenschaft verbessert ihre Hörfähigkeit erheblich und unterstützt Gleichgewicht sowie Orientierung.

 

 

Der Besitz von Koi-Karpfen ist in keiner Weise eine Anlage für Werterhalt. Man muss laut den meisten Koi-Profis viel mehr ein Enthusiast sein, da sie weitaus anspruchsvoller zu halten sind als andere Zierfische wie beispielsweise der ebenfalls beliebte Goldfisch. Diese sind weitaus robuster und haben keine großen Probleme mit Krankheiten oder Kälte – im Gegensatz zu den eher empfindlichen Koi-Karpfen, welche anfällig für Infektionskrankheiten sind und im Sommer sogar einen Sonnenbrand bekommen können. Die Größe eines Koi-Teiches sollte mindestens 200 Quadratmeter betragen, da die Fische größer als einen Meter werden können und außerdem nicht gerne allein sind – man sollte stets mindestens zwei bis drei Pärchen gemeinsam halten. So kann man sich guten Gewissens und ein ganzes Leben lang an den faszinierenden „Juwelen Japans“ erfreuen.


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