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Bedienerarm wirtschaftlich. Harte Werkstoffe bevorzugt drahterodieren.


Auf Präzision fokussiert: Vom Prototyp und Einzelstück bis zur mittleren Serie stellt der Lohnfertiger SNOP61 SARL

im französischen Athis de L’Orne hochgenaue Bauteile überwiegend aus schwierig zu bearbeitenden Werkstoffen her.

Bedienerarm wirtschaftlich. Harte Werkstoffe bevorzugt drahterodieren.

SNOP61

 

Auf Präzision fokussiert: Vom Prototyp und Einzelstück bis zur mittleren Serie stellt der Lohnfertiger SNOP61 SARL im französischen Athis de L’Orne hochgenaue Bauteile überwiegend aus schwierig zu bearbeitenden Werkstoffen her. Mit seinem ausgeprägten Interesse an hochwertiger Technik hat der Inhaber und Geschäftsführer Frédéric Tertre sein Unternehmen überregional als Spezialist für Präzisionsfertigung etabliert.



Hinter der unscheinbaren Fassade im französischen Athis de L’Orne verbirgt sich Fertigungstechnik auf höchstem Niveau. Das Unternehmen verfügt über mehrere 3- und 5-achsige Bearbeitungszentren auf dem aktuellen Stand der Technik sowie über eine Anzahl an hochwertigen Drehzentren und Präzisions­schleifmaschinen. Besonders prominent aller­dings präsentiert Frédéric Tertre, Inhaber und Geschäftsführer, seine beiden im Jahr 2016 beschafften Drahterodiermaschinen MV2400R und MV1200R von Mitsubishi Electric.

 

Erodier- und Frästechnik: Zwei Technologien die sich bei Stammberger optimal ergänzen.

 

Dabei kommt uns die zuverlässige Drahteinfädelung der MV von Mitsubishi Electric natürlich entgegen. Ohnehin arbeiten diese Drahterodier­maschinen äußerst zuverlässig.

 

Frédéric Tertre,
Geschäftsführer SNOP61

 


 

Er hat sie in einer separaten Umhausung in der Werkstatt platziert. Dafür nennt er gute Gründe: „Genauigkeiten zwischen 3 µm und 5 µm er­fordern besondere Sauberkeit und auch eine Klimatisierung der Maschinen.“ Die beiden Drahterodiermaschinen haben wesentlichen Anteil daran, dass der Lohnfertiger inzwischen überregional für seine zuverlässig hochgenaue Bearbeitung geschätzt wird. Das Unternehmen fertigt Bauteile als Einzelstücke und in kleinsten Serien für den Werkzeug- und Formenbau unter anderem für Stanz-, Umform- und Spritz­gießwerkzeuge.

 


 

Bauteile aus schwierig zu
bearbeitenden Werkstoffen bis zu

 

30%

 

wirtschaftlicher bearbeiten.

 


 

Das betrifft aber auch Verschleißteile unter anderem für Kunst­stoffmaschinen, zum Beispiel feinste Düsen zum Extrudieren von Glasfasern. Darüber hinaus bearbeiten die Präzisionsfer­tiger Prototypen und Serienbauteile, die stark verschleißend beansprucht werden. Dies betrifft wesentliche Komponenten für Sonder-, Mon­tage-, Textil- und Verpackungsmaschinen, wie Führungs­buchsen, Düsen sowie Leit- und Um­lenkhebel. Auch Hülsenformen für die Luftfahrt haben die Spezialisten in Athis de L’Orne schon gefertigt. Damit diese Werk­stücke lange stand­halten, bestehen sie aus unlegierten Werkzeug­stählen, Kalt- und Warmarbeitsstahl sowie aus hochfesten und härtbaren Stahllegierungen.

 

Zuverlässig, schneller und wirtschaftlicher

Aus solchen Werkstoffen kann man Präzisions­bauteile heute auf besonders stabilen drei- und fünfachsigen Bearbeitungszentren fräsen. Frédéric Tertre schätzt allerdings die Vorteile des Drahterodierens. Wie er berichtet, arbeitet das Verfahren zwar langsam, „aber mit Draht­erodieren erzeugen wir in einem Verfahren hochgenaue, den Forderungen an beste Ober­flächengüte vollauf entsprechende Werk­stücke“, sagt er. Als besonders günstig erachtet er zudem, dass die Drahterodier­maschinen völlig unbeaufsichtigt arbeiten können. „Dabei kommt uns die zuverlässige Draht­einfädelung der MV von Mitsubishi Electric natürlich entgegen. Ohnehin arbeiten diese Drahterodiermaschinen äußerst zuverlässig“, ergänzt Tertre.

 

Um trotz der niedrigen Bearbeitungs­geschwindigkeiten wirtschaftlich zu fertigen, bearbeiten die Spezialisten in Athis de L’Orne jeweils mehrere Werkstücke in einer großen Platte. Wie Tertre bestätigt, hat er eigens dafür in die MV2400R und MV1200R investiert. Zuvor hatte er schon umfangreiche Erfahrungen mit den Drahterodiermaschinen FX20 von Mitsubishi Electric. Diese hatten sich bereits seit dem Jahr 1998 im Unternehmen bewährt. Allerdings bieten die aktuellen Maschinen einen deutlich größeren Arbeitsraum. Somit kann der Lohnfertiger heute ­einerseits kleine Bauteile in Serien bedienerlos fertigen, andererseits auch größere, bis zu 800 x 400 x 150 mm messende Werkstücke bearbeiten. Letzteres betrifft beispielsweise Niederhalter für Umform­werkzeuge.

 

Im Vergleich zu der bewährten FX20 arbeiten die MV-Maschinen deutlich schneller. Somit kann der Lohnfertiger eine Vielzahl an Bauteilen aus schwierig zu bearbeitenden Werkstoffen bis zu 30 Prozent wirtschaftlicher bearbeiten, wie Geschäftsführer Tertre bestätigt.

 

Virtuos geformt: drahterodierte Düsen für Abgassysteme
Virtuos geformt: drahterodierte Düsen für Abgassysteme

 

Darüber hinaus ist die MV1200R mit der Option des Digitalen Feinschlichtgenerators DFS aus­gestattet. In Verbindung mit Drähten höchster Qualität verwirklichen sie beste Oberflächen­güte. „Dies verkürzt erheblich die Durchlauf­zeiten. Die drahterodierten Bauteile können ohne aufwendige Nacharbeit direkt in Stanz­werkzeuge oder Sondermaschinen ein­gebaut werden“, berichtet Tertre. Somit tragen die MV-Maschinen auch zu einer hohen Flexibilität und zu kurzen Lieferzeiten beim französischen Lohnfertiger bei. Im Vergleich zu den FX20 lassen sich die MVs auch deutlich einfacher und komfortabler bedienen. Deshalb werden sie von den Fachkräften bevorzugt. Die an den Maschinen angebaute CNC-Steuerung zeigt wesentlich übersichtlicher und leichter ver­ständlich die aktuellen und zu programm­ierenden Fertigungsparameter.

 

Fertigungsnah am CAD/CAM-System programmieren

Um die Einricht- und Rüstzeiten zu minimieren, programmieren die Spezialisten in Athis de L’Orne beide  Drahterodiermaschinen extern an einem CAD/CAM-System MasterCAM. „Damit die Maschinenbediener direkt auf die Daten im CAD/CAM-System zugreifen können, haben wir den PC-Arbeitsplatz in der klimatisierten Um­hausung neben den Drahterodiermaschinen platziert“, berichtet Tertre. Auch das trägt dazu bei, unproduktive Stillstandszeiten zu redu­zieren, Durchlaufzeiten zu verkürzen und somit produktiver und wirtschaftlicher zu arbeiten.

 

Scharfkantig und glatt: Freiformkonturen in 
kleinen Bauteilen aus harten Stahllegierungen lassen sich ausschließlich mit Draht erodieren.

 

Beim Lohnfertiger fertigen die beiden MV‘s, abhängig von den jeweiligen Aufträgen, mög­lichst an sieben Tagen 24 Stunden, also rund um die Uhr. „Wir haben in eine MV2400R und eine MV1200R investiert, um über sich er­gänzende, aber auch sich ersetzende Draht­erodiermaschinen zu verfügen. Somit verdop­peln wir einerseits unsere Produktivität, wenn wir beide Maschinen für einen Fertigungsauftrag parallel arbeiten lassen. Andererseits können wir unsere Produktivität und Lieferfähigkeit aufrecht erhalten, sollte eine Maschine für Wartungsarbeiten oder einen Ser­vice stillstehen“, erläutert Tertre sein weit­sichtiges Fertigungskonzept.

 

Gehörschutz aus Silikon

 

Wie haben Sie Ihre berufliche Laufbahn begonnen? Tertre: Zunächst war ich Koch. Später habe ich bei Wartungstätigkeiten für Maschinen mein besonderes Interesse an Technik und Maschinenbau entdeckt. Nach meiner Zeit als Soldat war ich als Konstrukteur und Techniker tätig. Mein damaliger Arbeit­geber arbeitete mit dem Zulieferer SNOP61 zusammen. So fand ich den Kontakt zum seinerzeitigen Inhaber und Geschäfts­führer. Daraus ergab sich das Angebot, doch mit dessen Ausscheiden in den Ruhestand das Unternehmen weiterzuführen. Im Jahr 2008 habe ich dann den Betrieb in Athis de L’Orne gekauft.

 

Was zählen Sie zu Ihren größten Erfolgen? Tertre: Im Jahr 2009 traf uns die weltweite Krise sehr hart. Kurz nach meiner Übernahme musste ich über 35 Prozent Umsatzeinbuße hinnehmen und verkraften. Mit meiner Beharrlichkeit und meiner Begeisterung für innovative Technologie habe ich die Krise rasch bewältigt. Seit dem Jahr 2010 ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen, auch dank der anhaltenden Investitionen in hochwertige Technik und Maschinen.

 

Wie führen Sie Ihren Betrieb? Tertre: Wir pflegen hier einen sehr kollegialen Umgang.

Für mich sind die Beschäftigten das größte Potential eines Betriebs. Nur engagierte und in die Strategie des Unternehmens integrierte Fachkräfte können gemeinsame Ziele verfolgen und zum Erfolg beitragen. Auch mit den wei­teren Fertigungsbetrieben in der Region sind wir eher freundschaftlich und kollegial ver­bunden. Wir versuchen immer uns wechsel­seitig zu ergänzen. Dabei ist unsere Strategie, anhaltend höchste Präzision und Qualität zu liefern. Wir fokussieren uns stets auf Bauteile, die außergewöhnlich genau gefertigt werden müssen.

 

Wie wollen Sie Ihr Unternehmen weiterentwickeln? Tertre: Mit Investitionen in innovative Technologie will ich unsere Pro­duktion ausbauen. Etwa 10 Prozent des jährlichen Umsatzes erachte ich als richtige Investitionssumme. Zum einen erweitern wir damit die Kapazität, zum anderen die tech­nologischen Möglichkeiten, noch präziser und zuverlässiger zu fertigen. Beispielsweise möchte ich den Bereich Drahterodieren mit zusätzlichen leistungsfähigen Drahterodier­maschinen ergänzen. Zudem werden wir uns demnächst mit der Additiven Fertigung be­fassen und voraussichtlich auch in diese Tech­nologie investieren. Mein besonderes In­teresse gilt darüber hinaus der Auto­matisierung von Fertigungsprozessen im Sinne von Industrie 4.0. Das soll dazu bei­tragen, dass wir komplexe Präzisionsteile aus schwierig zu bearbeitenden Werkstoffen bei höchster Zuverlässigkeit künftig noch wirtschaftlicher, flexibler und kurzfristiger fertigen können.

 

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren positioniert? Tertre: Wir planen ein weiter an­haltendes Wachstum. Zuversichtlich gehe ich davon aus, dass wir unseren Umsatz bis in fünf Jahren verdoppeln können.

 

 

 




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