Tel.: +49 - 2102 - 486 - 612 0
Fax: +49 - 2102 - 486 - 709 0
edm.sales@meg.mee.com


Profil

Die Ästheten in der Feinbearbeitung.


In der Regel arbeiten Maschinen genauer als Menschen – dies gilt jedoch nicht für den Familienbetrieb Schulz.

Wenn es darauf ankommt, zeigt der Firmeninhaber den Maschinen, worauf es bei der Genauigkeit ankommt.

Die Ästheten in der Feinbearbeitung.

Schulz GmbH + Co. KG

 

In der Regel arbeiten Maschinen genauer als Menschen – dies gilt jedoch nicht für den Familienbetrieb Schulz. Wenn es darauf ankommt, zeigt der Firmeninhaber den Maschinen, worauf es bei der Genauigkeit ankommt.



Mit unsauber gearbeiteten Werkstücken kann Alfred Schulz wenig anfangen. Wie oft hat er sich in früheren Jahren darüber geärgert, wenn das Werkstück zwar eigentlich nach den Vor­gaben gefertigt war, aber an einigen Stellen doch noch ein Grat stand, die Beschriftung miserabel oder durch eine schlampige Ver­packung ein Kratzer entstanden war. Nach 25 Jahren Erfahrung in einem Unternehmen für Messtechnik gründete er daher zunächst mit drei Mitgesellschaftern im Jahr 2001 sein ei­genes Unternehmen. Auslöser war, dass da­mals ein Unternehmen aus der Halbleiterin­dustrie extrem genaue Bauteile benötigte, die es in dieser Qualität nicht auf dem Markt gab.

 

Das Unternehmen liegt fest in Familienhand: 
links Michael Schulz, rechts Alfred Schulz.
Das Unternehmen liegt fest in Familienhand: links Michael Schulz, rechts Alfred Schulz.

 

Zehn Jahre nach Firmengründung übernahm Alfred Schulz das Unternehmen vollständig.
Vor kurzem stieß Sohn Michael dazu, der viele Jahre bei einem großen Automobilkonzern ar­beitete. Demnächst folgt der nächste Sohn ins Team. Vater und Söhne teilen dabei die Leiden­schaft fürs präzise Arbeiten. „Wir arbeiten im­mer noch sehr viel für die Halbleiter­industrie, wo es auf sehr genaue Oberflächen ankommt. Dabei bewegen wir uns plus/minus einem Mi­krometer“, klärt Michael Schulz auf, der amü­siert die Geschichte seines Vaters erzählt, der einem Hersteller für Läpp­maschinen zeigte, was machbar ist.

 

Die MP2400 wurde mit einer B-Achse von ITS-Engineering ergänzt.
Die MP2400 wurde mit einer B-Achse von ITS-Engineering ergänzt.

 

„Damals benötigte ein Kunde sehr plane Ober­flächen. Die Läppmaschinen konnten dies bis dato nicht leisten. Daraufhin hat mein Vater die Bauteile mit der Hand geläppt und gezeigt, dass diese Genauigkeiten sehr wohl machbar sind.“ Doch damit nicht genug – gemeinsam mit dem Hersteller entwickelte Alfred Schulz die Maschine so weiter, dass diese die erforderten Genauigkeiten lieferte.

 

Neue Märkte erschließen

„Wenn es um genaue Fertigungsverfahren

geht, kommt man ums Erodieren nicht herum“, begründet Michael Schulz den Einstieg in die Erodiertechnik. Zudem sieht er das Erodieren als weitere Möglichkeiten beim Ausbau des Unternehmens-Portfolios. Seit einem Drei­vier­tel­jahr steht eine MP2400 in Urbach, die mit einer B-Achse von ITS-Engineering ergänzt wurde. ­Obwohl das Unternehmen wenige Erfahrungen mit dem Erodieren hatte, be­herrscht es die Prozesse bereits sehr gut.

„Jetzt geht es darum, die letzten 10 Prozent heraus zu kitzeln. Bei unserer Vorstellung von Genauigkeit ist es einfach nicht damit getan, einen Knopf zu drücken“, beschreibt Schulz Junior die nächsten Schritte. Gleichzeitig lobt
er die Anwenderfreundlichkeit der Maschine, die mit zur Kaufentscheidung beigetragen hat.


Wenn es um genaue Fertigungsverfahren geht, kommt man ums Erodieren nicht herum.

 

Michael Schulz,
Geschäftsführer bei Schulz GmbH + Co. KG

 


 

Derzeit werden auf der Anlage zum Beispiel Prüfdorne und Einstellmeister gefertigt. Dabei geht es bei diesen 20 mm großen Bauteilen darum, dass man rundum Planläufe von 1 µm realisiert. Aber dabei soll es nicht bleiben; klares Ziel der Familie ist es, mit der Erodier­technik neue Märkte zu erschließen. „Wir haben uns bewusst für die genaueste Maschine ent­schieden, weil wir für alle zu­künftigen Optionen offen bleiben wollen“, so Michael Schulz.

 

Im Übrigen bekam auch Mitsubishi Electric den Genauigkeitsanspruch der beiden zu spüren. „Am Anfang kam es zu einem Phänomen, des­sen Ursache nicht gleich erkennbar war. Mitsubishi Electric, der Spindelhersteller ITS-Engineering und wir haben viel Zeit auf die Suche nach der Fehlerursache verwandt und letztendlich den Fehler zusammen gefunden. Aber es war sicher nicht selbstverständlich, dass sich ein Maschinenhersteller so viel Zeit dafür nimmt“, zeigt sich Michael Schulz immer noch beeindruckt. Dafür ist die Maschine nun nachweislich die genaueste Mitsubishi Electric Maschine Deutschlands. Sie wurde im Rahmen der Fehlersuche von Kopf bis Fuß total laser­vermessen – für die Genauigkeits­verfechter ein echtes Geschenk.

 

Messergebnisse interpretieren

„Wir besetzen eine Nische“, erklärt Michael Schulz. Immer wenn besondere Feinheiten gefragt sind, wird das Unternehmen zurate gezogen. Dabei ist die Situation immer noch ähnlich wie bei der Firmengründung: So kom­men die meisten Kunden immer noch durch Empfehlung und meist sind die Kunden schon sehr lange auf der Suche nach einer befriedi­genden Lösung. Der Halbleiter-Branche ist der Familienbetrieb Schulz bis heute treu geblie­ben, noch immer geht der größere Teil der Produkte dahin, z. B. als Bauteile für berühr­ungslose Gasdichtungen. „Wenn Sie einmal
ein Gespür für Genauigkeit entwickelt haben, weicht man davon nicht mehr ab. Das geht in Fleisch und Blut über“, erklärt der Firmen­inhaber. „Diesen Anspruch an Qualität über­trägt man auf alle Bauteile und Branchen.“
Und so schätzen mittlerweile auch Hersteller
für optische Instrumente und Unternehmen aus dem Maschinenbau das Fertigungs-Know-how des Urbacher Unternehmens.

 

Dieser Prüfdorn ist nur ein Beispiel für ein Werkstück, das auf der neuen Maschine gefertigt wurde.
Dieser Prüfdorn ist nur ein Beispiel für ein Werkstück, das auf der neuen Maschine gefertigt wurde.

 

„Es kommt leider häufiger vor, dass zwar ge­sagt wird, dass man eine bestimmte Genau­igkeit erreicht, aber in der Praxis werden die Toleranzen doch nicht erfüllt“, bestätigt
Michael Schulz aus seiner jahrelangen Er­fahrung mit Automobilzulieferern. Und in diese Bresche schlagen die ­Urbacher, die den kom­pletten Fertigungsprozess, inklusive Beschrif­tung und Verpackung, abdecken. Dies schließt oft viele Nebentätigkeiten ein, bei de­nen eben­falls große Sorgfalt an den Tag gelegt wird. „Wir wollen möglichst viele Fertigungs­schritte im Haus halten, weil wir mit der Qualität von den Zulieferern nicht zufrieden waren.“ Dement­sprechend groß ist der Ma­schinenpark – vom Fräsen übers Drehen bis zum Flach­schleifen, Rundschleifen, Polieren, der Laserbe­arbeitung und dem Erodieren ist fast jedes Fertigungs­verfahren dabei. Größter Pluspunkt der Urbacher:

 

Mit der MP2400 erweitert das Familienunternehmen sein Portfolio.
Mit der MP2400 erweitert das Familienunternehmen sein Portfolio.

 

Sie haben keine Scheu vor neuen Verfahren, sondern arbeiten sich so lange in ein neues Verfahren, dass es den eigenen Genauigkeits­ansprüchen genügt. Daher gehört für Michael Schulz mit zu dem wichtigstem Part bei der Bearbeitung die Vermessung der Bauteile und Überprüfung der Qualität. „Zum einen wollen die Kunden eine nachgewiesene Genauigkeit. Zum anderen muss man aber auch in der Lage sein, die Messergebnisse so zu interpretieren, damit man den Bearbeitungsprozess verbes­sern und letztendlich diesen Anspruch auch
auf das Bauteil überträgt“, erklärt Michael Schulz.

 

Offen für Vorschläge

Ein weiterer Baustein im Portfolio des Unter­nehmens ist die Optimierung von Prototypen, wobei durchaus auch neue Fertigungsverfahren oder andere Be­schichtungen vorgeschlagen werden. „Wenn unser Kunde später in der End­montage Zeit spart, weil unser Bauteil schneller eingebaut werden kann, ist das ein tolles Er­gebnis“, beschreibt Michael Schulz den inten­siven Dialog mit seinen Kunden. So kam ein Her­steller von optischen Instrumenten mit einer Baugruppe zu ihnen, die ganz und gar nicht den Qualitäts- und Ästhetikanforderungen von Familie Schulz entsprach. Innerhalb von 6 bis 8 Wochen entwickelte man ein neues Bauteil und schlug eine neue Oberfläche vor, die nicht nur schöner aussah, sondern auch robuster war. Kurze Zeit später stand dieses Bauteil auf einer Messe und wurde mit großem Erfolg verkauft. „Viele Kunden wissen nicht, was technologisch möglich ist“, nennt Michael Schulz eine typi­sche Situation. „Wir zeigen es ihnen.“

 

Das Familienunternehmen mit heute 25 Mit­arbeitern hat ehrgeizige Pläne. Da man in­zwischen räumlich aus allen Nähten platzt, plant man einen Umzug in ein neues, eigenes Gebäude ins etwas weiter entfernte Welzheim. 2018 werden dort nicht nur größere Räum­lichkeiten für die Fertigung bereit stehen, son­dern auch ein eigener Reinraum, Klasse 5, der – wie könnte es in der Familie anders sein – zu­sätzlich eine noch genauere Messmaschine enthalten wird.

 

 

 

www.feinbearbeitung.com




Um die Datei öffnen zu können benötigen Sie den Adobe Reader, den Sie unter folgendem Link kostenlos herunterladen können:
Adobe Reader herunterladen

Profil



Lesen Sie jetzt unser aktuelles Profil-Magazin.

Übersicht

 

Broschüren Download



Alle verfügbaren Broschüren unserer Maschinen zum Download.

Zum Download