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Mandelhörnchen starten Sondermaschinenbau


Manch ein erfolgreicher Unternehmer begann ganz klein in einer Garage. So auch Alois Bott, der 1979 in einer Scheune sein Ein-Mann-Unternehmen „Mechanische Bearbeitung Bott“ gründete.

Ausgabe 01 // 2013

Mandelhörnchen starten Sondermaschinenbau

Bott GmbH

 

Manch ein erfolgreicher Unternehmer begann ganz klein in einer Garage. So auch Alois Bott, der 1979 in einer Scheune sein Ein-Mann-Unternehmen „Mechanische Bearbeitung Bott“ gründete.
Heute beschäftigt die Werkzeug- und Maschinenbau Bott GmbH in Wolfegg über 40 Mitarbeiter und orderte gerade die zweite Drahterodiermaschine von Mitsubishi Electric.



Mehr als zwei Tage braucht die Draht­erodiermaschine MV2400S, um die kleinen Teile zu bearbeiten, die entfernt an einen Tannenbaum erinnern. Es sind die Spitzenprodukte aus der Produktion der Bott GmbH im württembergischen Wolfegg. Gerade einmal zehn Millimeter breit und fünfzehn Millimeter lang sind sie und müssen doch allerhand aushalten. Je sechs solcher filigranen Teile werden in eine Baugruppe montiert, die wiederum in einer Sondermaschine verbaut und in der Produktion als Prägewerkzeug zum Einsatz kommt. Jedes Bauteil ist extrem hohen Drücken ausgesetzt und soll sich dabei möglichst wenig abnutzen. Damit die Schneiden auch nach 150.000 Prägungen noch ebenso konturscharf und passgenau, wie am ersten Tag sind, werden sie auf der neuen Drahterodiermaschine MV2400S von Mitsubishi Electric geschnitten. Knapp 100 Stunden braucht die Maschine, um aus einem Block aus Hartmetall 30 solcher Werkzeuge für das Prägewerkzeug zu schneiden. „Unser Kunde produziert damit Teile in großen Stückzahlen und vertreibt sie weltweit. Für ihn fertigen wir eine Komponente, die fast das Herzstück seiner Maschine darstellt“, erklärt Alois Bott, Geschäftsführer der Bott GmbH. „Grundsätzlich werden die Teile immer komplexer und schwieriger zu bearbeiten, denn die Konstrukteure packen immer mehr Funktionen in eine Komponente.“ Deshalb sei der Werkzeugbau ein schwer einzuschätzendes Terrain. Da müsse alles bis in den Hundertstelbereich stimmen. „Meist sind es nur geringe Nuancen, die große Qualitätsunterschiede ausmachen“, erklärt Georg Strobel und zeigt auf die neue Maschine: „Aber mit der MV2400S sind wir bestens gerüstet.“

 

Eine Erfolgsgeschichte nimmt ihren Lauf

„Ursprünglich habe ich mich selbstständig gemacht, um mehr Zeit für meine Hobbys zu haben“, sagt Firmengründer Alois Bott und lacht. „Aber da­raus wurde leider nichts. Eingetreten ist genau das Gegenteil: Wir sind gewachsen, weil wir effizient und gut waren, wir haben neue Maschinen gekauft und neue Mitarbeiter eingestellt, unsere Auf­träge abgearbeitet und weiter investiert.“ Was damals als „Alois Bott Mechanische Bearbeitung“ mit einem Nebenerwerbs-Mitarbeiter in einer landwirtschaftlichen Scheune in Bad Wurzach begann, entwickelte sich mit der Zeit zu einem erfolgreichen Unternehmen, das heute technisch aufwendige Maschinenbauteile, Stanz-, Präge- und Formwerkzeuge sowie Sonder­maschinen für die unterschiedlichsten Branchen und Anwendungen herstellt. Es beschäftigt im Gewerbegebiet Grimmenstein in Wolfegg mehr als 40 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat vier Geschäftsbereiche und über 2.500 qm Produktions- und Bürofläche.

 

Georg Strobel prüft die Qualität der Presswerkzeug-Formen, die mit der neuen Erodier­maschine MV2400S bearbeitet wurden.
Georg Strobel prüft die Qualität der Presswerkzeug-Formen, die mit der neuen Erodier­maschine MV2400S bearbeitet wurden.

 

Ursprünglich begann die Bott GmbH mit der reinen Lohnfertigung. Als zweites Standbein kam später die Entwicklung und Fertigung von Ein- und Mehrkomponentenwaagen mit hoher Genauigkeit für pulverförmige Güter hinzu. „Das ist auch heute noch unser Brot-und-Butter-Geschäft, das uns immer wieder über schlechte Zeiten getragen hat“, sagt Alois Bott und unterstreicht die Nähe zu seinen Kunden. Rund um die Schwäbische Alb, Stuttgart, den Bodensee und den Schwarzwald haben sich viele renommierte Maschinenbaufirmen angesiedelt, die zum festen Kundenstamm der Bott GmbH gehören. „Ich halte es für unabdingbar, dass wir kurze Wege haben. Wenn es Probleme gibt, dann lösen wir sie gemeinsam. Damit bekommen wir auch komplizierte Bauteile hin, die manch andere nicht bearbeiten können oder wollen“, erklärt Alois Bott sein Erfolgsrezept.

 

Hohe Fertigungstiefe sichert Qualität und Termintreue

Eine überdurchschnittlich hohe Fertigungstiefe von 95 Prozent ermöglicht, dass das Unternehmen den Großteil des Fertigungsaufkommens im eigenen Haus durchführen kann. „Wir drehen, fräsen, schleifen, erodieren, messen und prüfen alles auf eigenen Maschinen. Unsere Mitarbeiter arbeiten an modernsten CAD/CAM-Systemen und unsere Fertigungsanlagen sind schwerpunktmäßig auf die rationelle Herstellung vom Prototypen bis zur Kleinserie spezialisiert“, sagt Bott und verweist auf seine Bearbeitungszentren von Hermle, Okuma und DMG. „Damit bekommen wir jede gewünschte Qualität und alle Termine in den Griff und können jedes noch so unmögliche Teil selbst fertigen“, erklärt Bott und hebt ein komplexes Stanzteil hoch.

 

Formen von Presswerkzeugen, die mit der neuen Erodier­maschine  MV2400S bei der Bott GmbH in Wolfegg bearbeitet wurden.
Formen von Presswerkzeugen, die mit der neuen Erodier­maschine MV2400S bei der Bott GmbH in Wolfegg bearbeitet wurden.

 

„Aber letztendlich leben wir davon, dass wir auch dieses Teil sauber und qualitätsgerecht fertigen“, sagt Bott und erzählt die Geschichte, wie er vor zwanzig Jahren mehr oder weniger unfreiwillig Sondermaschinenbauer wurde: „Wir hatten schon seit Jahren für die Firma Tekrum in Ravensburg verschiedene Ersatzteile in Lohnfertigung produziert.“ Das Familienunternehmen, das seit 2005 zur Griesson - de Beukelaer GmbH & Co. KG gehört, ist einer der führenden Hersteller von Fein- und Eisgebäckspezialitäten. Vor zwanzig Jahren suchte der Firmeninhaber Krumm jemanden, der ganz schnell eine Maschine baut, die seine berühmten Mandelhörnchen und Florentiner in Serie produzieren kann. „Eigentlich war das alles für uns eine Nummer zu groß, aber mein heutiger Mitgeschäftsführer Jörg Osterkamp sagte: ‚Das packen wir‘! Wir haben uns hingesetzt und die Maschine in acht Wochen konstruiert, gefertigt und aufgestellt. Herr Krumm staunte nicht schlecht, denn alle anderen angefragten Maschinenbauer hatten ihm einen Liefertermin in acht bis zehn Monaten genannt. Für die Firma Tekrum bedeutete unsere Schnelligkeit den Einstieg ins Geschäft bei Aldi und für uns den Einstieg in den Sondermaschinenbau“, lacht Bott. „Vor sieben Jahren kam dann noch der Werkzeugbau hinzu. Damit begann die Zusammenarbeit mit Mitsubishi, denn eine Grundvoraussetzung für den Werkzeugbau ist die Möglichkeit, selbst drahterodieren zu können.“

 

Gute Mitarbeiter sind das Rückgrat jedes Unternehmens

Der Werkzeugbau ist das Gewerk, das das meiste Know-how erfordert und die beste maschinentechnische Ausstattung. Alois Bott fügt hinzu, dass sich sein Unternehmen seit 25 Jahren selbst um den Nachwuchs kümmere. „Mittlerweile bilden wir pro Jahr zwei bis drei Lehrlinge aus. Das ist ziemlich viel für unsere Unternehmensgröße“, sagt Alois Bott, „aber es ist das, was uns heute auszeichnet und die Firma stark macht: Wir haben einen sehr niedrigen Altersdurchschnitt. Und junge Menschen wollen die neuesten Technologien einsetzen und sich bewähren.

 

Zwei Generationen von Erodiermaschinen: vorn die neue MV2400S, im Hintergrund ihr Vorgänger, die FA20, beide von Mitsubishi Electric.
Zwei Generationen von Erodiermaschinen: vorn die neue MV2400S, im Hintergrund ihr Vorgänger, die FA20, beide von Mitsubishi Electric.

 

Als ich den Betrieb 1979 gründete, fragten alle meine Freunde: ‚Warum machst du dich nur selbstständig?‘ Inzwischen weiß ich, dass wir nur deshalb so gut sind, weil sich die richtigen Menschen am richtigen Ort zur richtigen Zeit gefunden haben. Ich bin der festen Überzeugung, dass damit ein Gutteil des unterneh­merischen Risikos abgedeckt ist“, sagt Alois Bott.

 

In logischer Konsequenz bedeutet dies, dass das Unternehmen hoch motivierte Mitarbeiter und einen sehr modernen Maschinenpark hat. Ein Beispiel ist die neue Drahterodiermaschine MV2400S von Mitsubishi Electric. „Vor sieben Jahren kauften wir den Vorgänger, die FA20. Karl Haller, unser Leiter des Werkzeugbaus, hatte die Maschine aus­gesucht und ist von ihr absolut überzeugt“, erklärt Alois Bott nicht ohne Stolz. Ursprünglich für den reinen Werkzeugbau gedacht, wird sie inzwischen auch für den Sondermaschinenbau und die Lohnfertigung eingesetzt. Und zwar so viel, dass das Erodieren zum Nadelöhr wurde. „Aber bevor wir Teile außer Haus vergeben und die Prozesse nicht sicher im Griff haben, kaufen wir lieber eine zweite Maschine“, sagt Bott. „Das war eine Entscheidung innerhalb von zwei Tagen, denn für uns haben Termintreue und Qualität höchste Priorität. Unsere Kunden honorieren es. Sie wissen, dass sie bei Bott Teile bekommen, die kompromisslos maßhaltig und somit sofort einbaufertig sind. Das ist unsere Referenz.“

 

www.bott-maschinenbau.de


Alois Bott

Alois Bott
Geschäftsführer

Bott GmbH, Werkzeug- und Maschinenbau

 

 

 


Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

 

Bott: Mit dem Schrauben von Autos als Kfz-Mechaniker.

 

Was treibt Sie an?

 

Bott: Immer wieder das Erreichte zu halten und auszubauen. Es ist Motivation genug, wenn ich sehe, dass es dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht.

 

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren?

 

Bott: Wir wollen das Unternehmen weiter ausbauen und stabil durch alle Krisen bringen.

 

Was war Ihr bisher größter unternehmerischer Erfolg?

 

Bott: Das zu schaffen, was andere nicht schaffen. Man sieht dann, dass daraus etwas keimt.

 

Wie können Sie am besten entspannen?

 

Bott: Im Garten oder beim Motorradfahren.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei anderen am meisten?

 

Bott: Offenheit, Ehrlichkeit und Begeisterungsfähigkeit.

 



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