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Aufstieg in die Weltliga


Gäbe es eine Weltliga für Mehrfachformenbauer, fände man die ERMO GROUP auf einem der vordersten Plätze. Aufgestiegen ist der Werkzeughersteller unter anderem durch seine hochpräzisen Spritzgießformen, seine Lieferqualität und seinen Service.

Ausgabe 01 // 2013

Aufstieg in die Weltliga

ERMO GROUP

 

Gäbe es eine Weltliga für Mehrfachformenbauer, fände man die ERMO GROUP auf einem der vordersten Plätze. Aufgestiegen ist der Werkzeughersteller unter anderem durch seine hochpräzisen Spritzgießformen, seine Lieferqualität und seinen Service.



Wenn Jean-Yves Pichereau, Geschäftsführer der ERMO GROUP, Marcillé-La-Ville (Frankreich), Besucher begrüßt, schwingt in seinem Händedruck etwas von seiner Unternehmensphilosophie mit. „Ich reiche auch allen Mitarbeitern täglich die Hand und wünsche ihnen einen guten Morgen. Ein fa­miliärer Umgang ist mir wichtig. Zumal ich jeden kennen und ihm zeigen möchte, dass ich seine Leistung schätze.“ Pichereau ist sehr anspruchsvoll, hat von der Pike auf gelernt und bringt für seinen Beruf viel Leidenschaft mit. Seine Unternehmensphilosophie ist eine Säule seines Erfolgs, die Konzentration auf Mehrfachwerkzeuge, die er für die Kunststoffindustrie herstellt, die zweite. Pichereau klappt seinen Laptop auf und präsentiert Fotos früherer und aktueller Spritzgießformen. „Zunächst haben wir hauptsächlich für die Automobil- und für Fernsehgeräteindustrie gearbeitet. Dann haben wir unsere Strategie geändert und uns einen Namen als Mehrfachwerkzeugbauer von Weltrang gemacht.“

 

Höchste Erodierpräzision

Eine Entwicklung, die vor allem auf der Präzision der Spritzgießwerkzeuge von ERMO, aber auch auf deren Oberflächengüte beruht. Jean-Yves Pichereau tippt mit dem Finger auf ein Bild. „Im letzten Jahr haben wir eine Form, die aus 16 Komponenten besteht, größtenteils drahterodiert. 3.000 Ar­beits­stunden sind dafür angefallen. Die Präzision hat bei fünf Mikrometer gelegen. Eine Genauigkeit, die nicht viele Wettbewerber erreichen.“ Er öffnet ein weiteres Foto. „Diese Formen für den Zwei-Kom­ponenten-Spritzguss sind ein Alleinstellungsmerkmal von uns. Das Verfahren erzeugt in einem Arbeitsgang zweifarbige oder aus zwei Materialien kombinierte Spritzgießteile. Wir sind das erste französische Unternehmen gewesen, das solche Werkzeuge konzipiert und hergestellt hat.“

 

ERMO präsentiert im Eingangsbereich Produkte aus den Bereichen Medizin, Verpackung und Kosmetik, die mithilfe der Mehrfachwerkzeuge hergestellt worden sind.
ERMO präsentiert Produkte aus den Bereichen Medizin, Verpackung und Kosmetik, die mithilfe der Mehrfachwerkzeuge hergestellt worden sind.

 

Pichereau weiß, dass seine Kunden auch auf kurze Reaktionszeiten, eine hohe Lieferqualität sowie auf einen schnellen und kompetenten Service achten. Deshalb benötige er Drahterodiermaschinen, die durch Leistungsstärke, permanente Verfügbarkeit und eine hohe Effizienz überzeugen. Man müsse mit dem Ziel antreten, in allem der Beste zu sein und seinen Kunden Innovationen zu bieten, die ihnen Wege zu einer höheren Produktivität ebnen. ERMO habe bereits Formen gefertigt, die vorher niemand für machbar gehalten habe. Damit man auf der Erfolgsspur bleibe, arbeite man rund um die Uhr, nachts so weit es geht mannlos beziehungsweise mit einem kleineren Team.

 

Durch Drahterodieren stellt ERMO Spritzgießwerkzeuge her, die teilweise über zehn Tonnen wiegen, aus maximal 96 Komponenten bestehen und einen Wert von bis zu einer Million Euro haben. Als Material verwendet das Unternehmen in erster Linie gehärteten und rostfreien Stahl. Pichereau zeigt ein komplexes Erodierteil und lüftet das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt: „Um dieses Teil fertigen zu können, das Formgeber und Auswerfer zugleich ist, haben wir als erster französischer Betrieb in ein Drahterodiersystem der MV-Serie von Mitsubishi Electric investiert. Der Startschuss für die Maschine ist im Oktober 2012 gefallen.“

 

Didier Lambert spannt ein Werkstück auf.
Didier Lambert spannt ein Werkstück auf.

 

Auf der Fahrt nach Alençon – einem Produktionsstandort der ERMO GROUP, der die MV2400R Grand Tubular einsetzt – äußert Jean-Yves Pichereau den Wunsch nach stärkerer Präsenz französischer Firmen auf der internationalen Bühne. An der Messe Chinaplas in Guangzhou habe sich die französische Industrie nur mit einem kleinen Stand beteiligt, die deutsche dagegen eine ganze Halle gemietet. Frankreich ginge es besser, wenn mehr Unternehmen wie die ERMO Group ausgerichtet wären. Die könne immerhin einen weltweiten Exportanteil von über 70 Prozent vorweisen.

 

Drahtverbrauch gesunken

Claude Lambert, Werkstattleiter, lehnt an der MV­2400R Grand Tubular. „Früher haben wir die Erodieraufgaben, für die wir heute die neue Maschine verwenden, an Lohnfertiger vergeben. Durch die Leistung dieser Maschine haben wir jetzt Kapazitäten frei, die wir nutzen, um Komponenten für andere Betriebe zu erodieren.“ Namensvetter Didier Lambert, Bediener der MV2400R Grand Tubular, bearbeitet an einem externen PC eine Datei, die er vom Produktions-Planungs-System erhalten hat. Anschließend wird er die fertigen DXF-Daten an die digitale und komplett von Mitsubishi Electric konzipierte Advance Plus CNC-Steuerung der Erodiermaschine schicken. „Aufgrund der sauberen Drahtführung und der Tubular Shaft Motoren, die die Bewegungen der Maschine sehr sensibel regeln, erzielen wir die geforderte Präzision sogar bei hohen konischen Schnitten.“ Dazu trägt gleichermaßen das Optical-­Drive-­System bei, das über Lichtwellenleiter wesentlich zügiger und effizienter kommuniziert. Loïc Drouet, Werksleiter/Standortleiter, betont, man erreiche auch hinsichtlich der Parallelität eine Genauigkeit von weniger als fünf Mikrometer, und dies auf einer Höhe von 150 Millimeter.

 

Abgesehen davon hat Didier Lambert festgestellt, dass der Drahtverbrauch der MV2400R Grand Tubular 37 Prozent unter dem anderer Maschinen liegt. Ein Wert, von dem er annimmt, er ließe sich noch steigern. Eventuell bis zu 46 Prozent, wie er es von Mitsubishi gehört habe. Hinzu kämen Einsparungen bei den Ionenaustauschermedien. Claude Lambert klopft seinem Namensvetter anerkennend auf die Schulter, verbunden mit dem Wunsch, dieser möge den Prozess weiter optimieren. „Die Maschine ist gut, aber nur so gut wie ihr Bediener.“

 

Loïc Drouet zählt auch die automatische Draht­einfädelung zu den Kriterien, die bei der Auswahl einer Erodiermaschine zu beachten sind. Durch die Verlässlichkeit des Drahteinfädelsystems „Intelligent AT“ könne man zusätzliche Komponenten in einer vorgegebenen Zeit herstellen und infolgedessen seine Produktivität erhöhen. Die Draht­einfädelung funktioniere überdies im Schnittspalt und selbst dort ohne Bediener. Dies sei ein entscheidender Vorteil angesichts der Länge der Bear­beitungszeiten, die von einigen Stunden bis hin zu Tagen reichen können. Häufig nutze man die Grö- ße des Maschinentisches voll aus und spanne mehrere Komponenten parallel auf. Die kleinen erodiere man dann am Tage, die großen nachts. Außerdem lasse sich die neue Mitsubishi komfortabel bedienen, auch von jemand, der zuvor nie mit solch einem System gearbeitet habe. Sogar ein Auszubildender sei schnell damit klargekommen.

 

Didier Lambert startet den Erodierprozess an der MV2400R Grand Tubular.
Didier Lambert startet den Erodierprozess an der MV2400R Grand Tubular.

 

Auch privat ein Überflieger

Jean-Yves Pichereau, Freizeitpilot mit Flugzeug- und Helikopterlizenz, nimmt bald an einer Flug­zeug­rallye teil, die eine Woche lang durch Südeuropa führen wird. Ob er dabei Zeit finden werde, über Entwicklungen im Formenbau nachzudenken, sei un­­ge­wiss. Im Hinblick darauf habe er aber ohne­hin klare Vorstellungen. „Wenn der Formenbau in fünf Jahren noch existieren will, sind Innovationen sowie Qualität und Verlässlichkeit gefragt. Vor diesem Hintergrund kommt der Drahterodiertechnik eine besondere Bedeutung zu, weil nur Draht­erodier­sys­teme eine hundertprozentige Produktivität ermög­lichen. Sie sind nämlich in der Lage, nötigenfalls 24 Stunden lang durchzulaufen. Selbst­­ver­ständ­lich auch mannlos. Eine derartige Automationslösung ist, in Anbetracht der hohen Lohnkosten in Frankreich, aus wirtschaftlicher Sicht alternativlos. Käme es beim Einsatz einer Fräsmaschine zu einer Kollision, bliebe sie stehen und ihre sehr teuren Werkzeuge könnten brechen. Anders eine Erodiermaschine: Sie würde einen gerissenen Draht automatisch wieder einfädeln und weiterarbeiten.“

 

www.ermo-group.com


Jean-Yves Pichereau

Jean-Yves Pichereau
Geschäftsführer

ERMO GROUP

 

 

 


Bitte beschreiben Sie in einem Satz, was die ERMO GROUP macht!

 

Bott: Wir entwickeln, konzipieren und produzieren Spritzgießformen für Kunststoff.

 

Was treibt Sie an?

 

Bott: Innovative Projekte sowie Forschung und Entwicklung in Bezug auf Kundenbedürfnisse.

 

Was machen Sie heute anders als vor fünf Jahren?

 

Bott: Wir haben den Wechsel geschafft von traditionellen Branchen, wie der Automobilindustrie und Telefongeräteherstellern, zu Hightech-Märkten, beispielsweise aus den Bereichen Medizin, Verpackung und Kosmetik.

 

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren?

 

Bott: Wir tendieren dazu, uns mehr und mehr als Hersteller hochpräziser Spritzgießformen zu positionieren.

 

Was war Ihr bisher größter unternehmerischer Erfolg?

 

Bott: Die Entwicklung des Unternehmens, mit vier Mitarbeitern angefangen zu haben und heute, 34 Jahre später, zu einem Konzern internationaler Größe gewachsen zu sein, der von großen Auftraggebern anerkannt wird.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei anderen am meisten?

 

Bott: Ehrlichkeit, Gründlichkeit und Professionalität.

 

Wenn Sie von einem technisch völlig unkundigen Bekannten gefragt werden, was Sie machen, wie würden Sie ihm Ihre Arbeit in einem Satz erklären?

 

Bott: Wir konzipieren und fertigen Metallwerkzeuge, die zur Produktion von Plastikteilen benötigt werden.

 



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