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Werkstoff Zukunft


Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Kunststofftechnik entwickelt die Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH (KuZ) innovative Verarbeitungslösungen für den weit verbreiteten Werkstoff. Wissenschaftliches Know-how und fachliche Kompetenz sind die Basis für erfolgreiche Forschungsprojekte gemeinsam mit Unternehmen aus der Industrie.

Ausgabe 01 // 2012

Werkstoff Zukunft

Kunststoff-Zentrum in Leipzig

 

Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Kunststofftechnik entwickelt die Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH (KuZ) innovative Verarbeitungslösungen für den ­weit verbreiteten Werkstoff. Wissenschaftliches Know-how und fachliche Kom­petenz sind die Basis für erfolgreiche Forschungsprojekte gemeinsam mit Unternehmen aus der Industrie. Eine technologische Grundlage schafft das KuZ mit modernsten Labo­ra­to­rien und einer hohen Fertigungstiefe in allen Bereichen. Der Werkzeugbau wurde zuletzt mit einer Senkerodiermaschine von Mitsubishi Electric gestärkt, um hier die internen Fertigungsmöglichkeiten weiter auszubauen.



„Kunststoffe sind in unserem Leben all­ge­genwärtig und gelten längst als Hightech-Materialien, deren Entwicklung und Verarbeitung von Innovationen geprägt sind“, beschreibt Jörg Michaelis den Gegenstand seiner Arbeit. Als Bereichsleiter für Werkzeug- und Verbindungstechnik verantwortet er am KuZ in Leipzig Forschungsprojekte, die genau solche Innovationen hervorbringen. „Wir verstehen uns dabei auch als Pro­blemlöser für die Wirtschaft.“ Schließlich erarbeite man am Kunststoff-Zentrum in Leipzig Lösungen, um neue Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung wirtschaftlich zu realisieren.

 

Das KuZ ist in insgesamt vier Fach­ge­bie­­te aufgeteilt. Neben den Verantwortungsbereichen von Jörg Micha­elis, ­ der Werkzeug- und Verbindungs­technik, sind das die Verarbeitungs- sowie die Prüf­technik. 40 wissenschaftliche und 20 technische Mitarbeiter beschäftigen sich Hand in Hand mit den Belangen der Auftraggeber aus der Industrie. „Wir setzen dabei auf For­schungskoope­ra­tionen und arbeiten sehr eng mit den Unternehmen, die uns um Rat fragen, zusammen“, so Jörg ­Micha­elis über die Philosophie des KuZ. Er be­tont auch die Win-win-Situation für alle Beteiligten: „In diesen Projekten stehen uns modernste Technologien und Labo­ra­to­rien zur Verfügung, damit wir alle Auf­gabenstellungen flexibel und selbststän- dig lösen können.“ Die Projek­te seien zudem neben den Fördergeldern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), des Bundesministeriums für Bildung und For­schung (BMBF) und der Sächsischen AufbauBank (SAB) ein wichtiger Pfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg der gemeinnützigen GmbH. „Wir decken circa 60 Prozent unserer Kosten mit der Unterstützung vom BMWi, dem BMBF und der SAB, den Rest erwirtschaften wir mit den Projekten aus der Industrie und mit Weiterbildungsangeboten“, fasst Jörg Michaelis die Organisation des KuZ zusammen.

 

Jörg Michaelis und Reiner Kluge (rechts), Werkstattleiter, schätzen die Flexibilität der EA12-V Advance.
Jörg Michaelis und Reiner Kluge (rechts), Werkstattleiter, schätzen die Flexibilität der EA12-V Advance.

 

Die Partner des KuZ in Leipzig profitieren darüber hinaus von der langjährigen Erfahrung, die dort seit der Gründung 1960 nach und nach gesammelt wurde. Nach der Wende kam für das ehemalige Zentral­­la­bo­ra­torium für Plastverarbeitung der Schritt in die Selbstständigkeit, wie Jörg Micha­elis zurückblickt: „Damit man als gemeinnützige GmbH auftreten konnte, war unter anderem eine För­dergemeinschaft nötig.“ Dort habe man namhafte Unternehmen wie die ­Arburg GmbH & Co. KG oder die Bayer Ma­terial­Science AG gewonnen. Insgesamt besteht die Fördergemeinschaft heute aus 84 Mitgliedern. Mit den Jahren haben sich laut Jörg Michaelis auch Schwer- ­punkte in der Arbeit des KuZ ­he­raus­- kristallisiert. „Unsere Kernkom­­pe­tenzen liegen in der Polyurethan-Ver­­ar­­beitung, in der Verbindungstechnik, insbesonde­re dem Ultraschall­schwei­ßen und dem Spritzgießen mit der Besonderheit des Mikrospritzgusses.“

 

Der Mikrospritzguss ist ein gutes Beispiel für die Ingenieurskompetenz am KuZ. In diesem Feld werden extrem klei­ne Teile gefertigt, deren Masse im Milligramm-Bereich liegt. Auch Feinstrukturen in der Größenordnung eines Mikrometers sind hier ein Thema. „Wenn bei der Mikroteilfertigung Schussgewichte unter 200 mg gespritzt werden sollen, stoßen herkömmliche Maschinen mit Schneckenkolbenplastifizierungen an ihre Grenzen“, erklärt Jörg Michaelis.Das KuZ in Leipzig habe für diesen Zweck eine Mikrospritzgießmaschine mit Kolbenvorplastifizierung und Kol­ben­einspritzung entwickelt. Der Diplom-In­genieur verweist an dieser Stelle auf die Bedeutung der Partner: „Wir sind als For­scher nicht in der Position, neue Pro­dukte im Markt etablieren zu können, weil uns beispielsweise notwendige Ser­vice-Strukturen fehlen.“ In diesem Fall vertreibe die Firma Desma Tec die Maschine unter dem Namen „formica- Plast®“.

 

Werkzeugbau – essenziell in der Kunststofftechnik

 

Um die 25 bis 30 Forschungsprojekte pro Jahr zielgerichtet zu bearbeiten, ist ein großes Maß an Flexibilität notwendig. Nicht zuletzt deshalb setzt das KuZ in Leipzig auf eine hohe Fertigungstie­- fe in allen Bereichen. „Es ist für uns einfacher, komplexe Aufgabenstellungen selbst zu lösen, als hier mit Dienstleistern zu arbeiten, die nicht so tief in den Projekten stecken wie wir“, begründet Jörg Michaelis diesen Weg. Der gelernte Werk­zeugmacher blickt hier insbesonde­re auf den eigenen Werkzeugbau: „Auch wenn wir mit dieser Abteilung nicht direkt Geld erwirtschaften, so ist sie doch ein essenzielles Mittel zum Zweck.“ Neben Fräs- und Drehmaschinen umfasst der Maschinenpark seit Ende 2010 auch eine Senkerodiermaschine von Mitsubishi Electric, die dem KuZ in der Metallbearbeitung gegenüber einer älteren Maschine „ganz neue Möglichkeiten verschafft“, wie es Jörg Michaelis ausdrückt.

 

Die Elektrode (rechts) mit Innengewinde erodiert das Gewinde des Zweistufen-Spritzzylinders. Beim herkömmlichen Gewindeschneiden wird ein Freistich benötigt, der die Stabilität des Gewindes beeinträchtigt.
Die Elektrode (rechts) mit Innengewinde erodiert das Gewinde des Zweistufen-Spritzzylinders.

 

Unterschiedliche Gründe hätten am En- de für den Kauf der EA12-V Advance gesprochen, erinnert sich Jörg Michaelis: „Es war die Kombination aus guter Bera­- tung durch den Vertriebspartner R+H Ero­dier-Technik und den technischen Ei­- genschaften der Senkerodiermaschine.“ Letztlich habe auch das perfekte Preis-Leistungs-Verhältnis einen Ausschlag ge- geben. Im Werkzeugbau des KuZ fügt sich das kompakte Modell von Mitsubishi Electric perfekt ein und bietet gleichzeitig eine hohe Bearbeitungsvielfalt. Während die Elektroden und Werkstücke für den Mikrospritzguss vergleichsweise klein sind, können auf der EA12-V Advance auch größere Bauteile mit bis zu 700 Kilogramm gefertigt werden. Die Verfahrwege liegen bei ausreichend gro­ßen 400 x 300 x 300 Millimeter in X-, Y- und Z-Richtung. Das maxima­le Elektrodengewicht beträgt 50 Kilogramm.

 

Eingebaut in die Mikrospritzgussmaschine sitzt eine Maschinendüse auf dem Gewinde des Zweistufen-Spritzzylinders.
Eingebaut in die Mikrospritzgussmaschine sitzt eine Maschinendüse auf dem Gewinde des Zweistufen-Spritzzylinders.

 

Wichtiger als die Bauteilabmessungen sind für das KuZ in Leipzig die Anfor­derungen an Komplexität und Genauigkeit. „Die Präzision der Werkstücke kann im Tausendstelbereich liegen und die Komplexität ist in der Regel sehr hoch“, weiß Michaelis. Die EA12-V Advance komme mit diesen Ansprüchen bestens zurecht und überzeuge vor allem durch ihren zuverlässigen Betrieb: „Auch wenn wir nicht auf demselben Produk­tivitätsniveau arbeiten müssen wie Lohnerodierer, so bewahren wir mit prozesssicheren Abläufen dennoch un­sere Flexibilität.“ Der Service helfe bei Bedarf auch telefonisch sehr gut, so- dass der Bereichsleiter hier optimistisch nach vorne schaut. Ebenso positiv sieht er den Bedienkomfort der Maschi­ne: „Die nutzerfreundliche Steuerung und der Touchscreen erlauben eine schnelle Einar­beitung der Mitarbeiter.“ Ein wichti­- ger Faktor, da Jörg Michaelis mindestens zwei Bediener in jedem Technologiebereich zur Verfügung haben möchte.

 

Innovation – Antrieb für den Forschergeist

 

Die Technologiebereiche sollen am KuZ in Leipzig künftig weiter ausgebaut werden. Nach den guten Erfahrungen mit Mitsubishi Electric denkt Jörg Michaelis auch an das Drahterodieren: „Mit diesem Verfahren hätten wir erneut zusätzliche Möglichkeiten, um Aufgaben zu lösen, die wir jetzt gar nicht oder nur auf großen Um­wegen bewältigen können.“ Die praxisnahe Forschung am KuZ bedeute für ihn, Problem­stel­lun­gen mit Kreati­vität und Leidenschaft zu lö­­sen. „Gerade in unseren Kompetenzbereichen möchten wir mit intelli­genten Lösungen führend bleiben. Schließlich ist die Innovation unser Antrieb und sie soll es auch bleiben.“

 

www.kuz-leipzig.de


Jörg Michaelis

Jörg Michaelis

Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH

 

 

 


Bitte beschreiben Sie in ­einem Satz, was die Kunststoff-Zen­trum in Leipzig gGmbH macht!

 

Steinkamp: Wir forschen und entwickeln auf dem Gebiet der Kunststofftechnik.

 

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

 

Steinkamp: Als Werkzeugmacher.

 

Was treibt Sie an?

 

Steinkamp: Die Tatsache, dass wir interessante, vielfältige Aufgaben bekommen und für unsere Partner ein Problemlöser sind.

 

Was machen Sie heute anders als vor fünf Jahren?

 

Steinkamp: Nicht viel. Mir ist nach wie vor wichtig, ein gutes Team um mich herum zu haben.

 

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren?

 

Steinkamp: Wir möchten uns weiter auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren: das Spritzgießen mit der Besonderheit des Mikrospritzgießens, die Polyurethan-Verarbeitung und die Verbindungstechnik.

 

Was war Ihr bisher größter unternehmerischer Erfolg?

 

Steinkamp: Zum einen hat das Kunststoff-Zentrum in Leipzig vor meiner Zeit im Unternehmen die Phase nach der Wende erfolgreich gemeistert, zum anderen haben wir heute einen stabilen Punkt im Markt erreicht mit gutem Personal und einer Reihe von Patenten.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei anderen am meisten?

 

Steinkamp: Ehrlichkeit, Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft.

 

Was war der klügste Rat, den Sie je bekamen?

 

Steinkamp: Man darf nicht hektisch werden, sondern muss eine Problematik ruhig und gelassen bearbeiten. Außerdem sollte man seine Entscheidungen immer vertreten können.

 

Wenn Sie von einem technisch völlig unkundigen Bekannten gefragt werden, was Sie machen, wie würden Sie ihm Ihre Arbeit in einem Satz erklären?

 

Steinkamp: Wir beschäftigen uns mit Kunststoffteilen vom Legostein bis zum Hörgerät.

 



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