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Der Japanmakak – ein Kletterkünstler mit Raffinesse.


Kein Zweifel, die dichtbehaarten Japanmakakaken sind äußerst wissbegierige und interessierte Tiere. So gut wie jeder neue Gegenstand in ihrer Nähe findet Beachtung, wird untersucht und eventuell einem Geschmackstest unterzogen.

Der Japanmakak –
ein Kletterkünstler mit Raffinesse.

Japan Spezial

 

Kein Zweifel, die dichtbehaarten Japanmakakaken sind äußerst wissbegierige und interessierte Tiere. So gut wie jeder neue Gegenstand in ihrer Nähe findet Beachtung, wird untersucht und eventuell einem Geschmackstest unterzogen.



Natürlich gilt letzteres nicht für ein so riesiges Gerät, wie es eine Werkzeugmaschine ist. In die könnte schließlich auch der neugierigste Affe nicht hineinbeissen. Aber wetten, dass er es zumindest versuchen würde?

Dennoch müssen sich auch die Makaken aus dem „Land des ­Lächelns“ nicht langweilen. Ihr ­natürlicher Lebensraum auf den drei südlichen japanischen Haupt­inseln Honshu, Shikoku und Kyushu bietet den Schneeaffen oder ­Rotgesichtsmakaken viel Auslauf und jede Menge anregende Erlebnisse. Einige vorwitzige Exemplare oder ganze Gruppen trauen sich sogar in die Großstädte hinein. Ziemlich unbeliebte Gäste sind sie hingegen auf den Feldern der ­heimischen Bauern. Denn die gelenkigen Baum- und Bodenbewohner richten dort häufig großen Schaden an. Kein Wunder, dass Makaken als freiwillige „Erntehelfer“ nur ungern gesehen sind: Ratz-fatz ist der Acker abgeräumt, und die diebische Meute verschwindet mit vollen Backen und Bäuchen auf Nimmerwiedersehen.

 

Sven Siegmund nach dem Einrichten an der MV1200S

 

Dabei sieht diese Spezies so ­harmlos aus! Rein optisch hinterlässt der Japanmakak mit seinem roten Gesicht und dem ebenso rosaroten Hinterteil einen lustigen Eindruck. Den im Durchschnitt 14 Tieren pro Gruppe sieht man deshalb auch gerne bei ihren sportlichen Aktio­nen zwischen Himmel und Erde zu.


In Zoos ist diese Affenart, deren Mitglieder ein ausgeprägtes Sozial­verhalten zeigen, besonders beliebt. Vor allem Kinder weisen mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den zunächst dunkelbraun gefärbten Nachwuchs hin, der von den Müttern liebevoll durchs Gehege transportiert wird; erst unten am Bauch, nach einem Monat schließlich „eine Etage höher“ auf dem Rücken von Mama.

 

In der Nähe ihrer Artgenossen geht es den meisten Vertretern dieser Art dann auch im ausgewachsenen Zustand am besten. Einer für alle, alle für einen: So könnte man die Denkweise der mit ihrem grauen Fell gut gegen Kälte geschützten Tiere beschreiben. Einzelne Rudelmitglieder verziehen sich zwar gelegentlich, etwa um ein Nickerchen zu halten. Am wohlsten fühlen sich Japanmakaken aber, wenn die gesamte Verwandtschaft um sie herum tobt. Allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme. Erwachsene Männchen verlassen mit Eintritt der Geschlechtsreife ihre ­Geburtsgruppe. Sie schließen sich einem neuen ­Rudel an oder leben zunächst als Einzelgänger oder als eine Art „­lonely wolf“. Für die „Männer“ unter den Rotgesichtsmakaken ist es auch völlig normal, sich mal der einen und dann wieder einer anderen Gruppierung anzuschließen. Ganz anders die Weibchen: Sie bleiben lebenslänglich ihrer Ursprungsfamilie treu. Und bilden irgendwann sogar deren Kern, denn die Schneeaffen leben in einer Art Matriarchat.

 

Aufgrund dieser „Herrschaft der Damen“ leben die tierischen ­Japaner wohl emanzipierter als viele menschliche Gesellschaften. Selbst, was Partnerschaften angeht, geben die weiblichen Schneeaffen den Ton an. Durchschnittlich bleiben sie nur 1,6 Tage mit einem Männchen zusammen, rasten und fressen zusammen, paaren sich. Danach ist schnell ein neuer Partner angesagt, und das Paar trennt sich wieder. Ganz schön selbstbestimmt, diese Affen-Frauen, oder? Und noch was: Von wegen, „dummer Affe“! Was ihre Fähigkeit, Neues zu begreifen, angeht, stehen Schneeaffen ziemlich gut da. Einige – meistens sind das die Anführer – ­erweisen sich sogar als echte Streber. Ganz allge­mein sehen sich die gelehrigen Klettermeister gerne das eine oder andere Kunststück von ihren Kollegen in der Gruppe ab – ob das nun in freier Wildbahn geschieht oder im Gehege eines Zoos.

 

Bereits 1979 beobachteten Forscher zum Beispiel, wie ein Weibchen mit kleinen Steinen spielte. Die Makaken-Lady schichtete die Kiesel dabei aufeinan­der wie ein Kind seine Bauklötze. Wenige Jahre später betätigte sich die halbe Gruppe mit diesem ihnen bisher unbekannten Zeitvertreib. Ein anderes Affen-Fräulein hatte irgendwann begriffen, dass Süßkar­toffeln viel besser schmecken, wenn sie vor dem Verzehr gewaschen werden. Also lief sie fortan mit ihrer Ausbeute zum Fluss und schrubbte die Erde weg. Ein Verhalten, das wenig später begeisterte Nachahmer unter ihren Angehörigen fand. Damit hatten die Rotgesichtsmakaken ihre Lernfähigkeit eindeutig unter Beweis gestellt – sehr zur Freude der Biologen.

 

Natalie Pickshaus-Jonscher und Sven Siegmund begutachten ein SPG-Werkzeug.

 

Neben Kartoffeln landet übers Jahr hinweg eine bunte Vielfalt an ­Nahrungsmitteln in den Pfoten wie im Maul der Schneeaffen. Die sind in diesem Punkt zum Glück nicht wählerisch und bedienen sich an so ziemlich allem, was ihnen ihre natürliche Umgebung bietet. Mit besonderer Vorliebe greifen sie zu Früchten. Aber auch Kräuter, Nüsse, Samen, Blätter und Pilze stehen auf ihrem Speiseplan, der in erster Linie vegetarisch orientiert ist. Manchmal greifen sie daneben aber auch bei Insekten und kleinen Fischen zu. Und Vertreter dieser Rasse, die im Norden des Inselreichs leben, ernähren sich zum Teil sogar von Baumrinden. Auch auf diesem Gebiet gilt für die ­Japanmakaken, „Vorsicht ist die Mutter der Porzel­lankiste“: Um mögliche Hunger­perioden im Winter zu umgehen, fressen sich die cleveren Affen in den warmen Monaten einen Fett­vorat an.



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